Wann:
23.02.2018 um 19:30
2018-02-23T19:30:00+01:00
2018-02-23T19:45:00+01:00
Wo:
Pfarrsaal Furth
Kirchengasse
3511 Furth bei Göttweig
Österreich
Kontakt:
Obmann Prof. Herwig Schatzl
02732/84102

Mag. Dr. Robert Streibel, Dir. der VHS Hietzing, ist Historiker und Publizist in Wien und berichtet im ersten Teil des Abends über die Zustände im Stift Göttweig in dieser Zeit.

Die Tatsache, dass Stift Göttweig in der NS-Zeit zugunsten der Stadt Krems „eingezogen“ wurde, stellt ein Novum in der nationalsozialistischen Enteignungsmaschinerie dar. Aus dem Umkreis des Stabes Josef Bürckel erfuhr Oberbürgermeister Franz Retter im Februar 1939, dass das Stift unter öffentliche Verwaltung gestellt werde und er zum öffentlichen Verwalter bestimmt sei.  Wenige Tage später fuhr Retter mit einigen SA-Männer ins Stift, um sich als kommissarischer Verwalter auszuweisen.

Die Ermittlungen gegen die „staats- und volksfeindlichen“ Aktivitäten von Stiftsmitgliedern erbrachten nur ein dürftiges Ergebnis. Manche Parteifunktionäre haben Göttweig in diesen Tagen auch als Selbstbedienungsladen gesehen. Dies geht aus der Auflistung Pater Pfaffs über verschwundene Gegenstände hervor. Das Stift diente in der Folge als Unterkunft für Umsiedler, als Schulungsstätte für NS-Beamte und wurde 1943 als Nationalpolitische Erziehungsstätte (NAPOLA) verwendet.

Mag. Bernhard Reameder ist seit 2011 Kurator in der Kunstsammlung des Stiftes und Koordinator von Wissenschaft und Forschung im Stift.

Er berichtet im zweiten Teil des Abends über die Odyssee der Kunstschätze von Göttweig nach 1939.

Die Sammlungen waren der Willkür weniger klosterfremder Personen ausgesetzt und kamen zum Teil bis auf Hitlers Obersalzberg und in den Salinen von Altaussee, wo sie nur knapp der geplanten Zerstörung entgingen. Erst in der Mitte der 50er Jahre konnten Teile der Kunstschätze wiedergefunden werden und Göttweig heimkehren.

 

Eine Veranstaltung des Katholischen Bildungswerks