BORKENKÄFERSITUATION im Bezirk Krems an der Donau

Die extrem heißen und trockenen Perioden der Sommer 2015 und 2017 haben die Population der Fichtenborkenkäfer in verschiedenen Regionen doch sehr deutlich sichtbar anwachsen lassen. Höchste Aufmerksamkeit seitens der Waldbesitzer und Forstleute ist gefragt!

Herabsetzung der Abwehrkraft
Die Witterungsverhältnisse der letzten Jahre (insbesondere die heißen und trockenen Sommer 2015 und 2017) haben nicht nur zu einer wesentlichen Steigerung der Anfälligkeit von Fichten gegenüber Borkenkäfern geführt. Darüber hinaus kommt es durch die Trockenheit auch zum Absterben von Fichten ohne Borkenkäferbefall.

Problematik der Borkenkäfer
Die wichtigsten Borkenkäfer bei der Fichte sind der Buchdrucker (Ips typographus) sowie der Kupferstecher (Pityogenes chalcographus). Diese nur wenige Millimeter großen Insekten bohren sich durch die Rinde von Bäumen und zerstören dort durch den Fraß der Larven (Brutbild) und erwachsenen Käfer das für den Baum lebensnotwendige Bastgewebe. In den meisten Fällen sterben Bäume, die von Borkenkäfern erfolgreich besiedelt wurden, innerhalb kurzer Zeit ab (Käferbäume). Nicht rechtzeitig beseitigte Käferbäume bzw. vorhandenes Brutmaterial (Wipfel-, Astmaterial, insbesondere in Schadensgebieten nach Eisbruch oder nach Windwurf) stellen optimales Vermehrungspotenzial für die vorhandenen Borkenkäfer dar und können zu einer sehr raschen und explosionsartigen Vermehrung der Borkenkäfer führen.

Maßnahmen: rasch und konsequent

Aufgrund der hohen Temperaturen im April ist für das Jahr 2018 höchste Alarmbereitschaft gegeben. Angeraten sind folgend angeführte Maßnahmen, die nicht nur im Interesse der Waldbewirtschaftenden sein sollten, sondern zu denen auch eine forstgesetzliche Verpflichtung und eine Verantwortung gegenüber dem Grundnachbarn bestehen.

Regelmäßige (wöchentliche) Kontrolle bis in den Spätherbst und, besonders wichtig, wieder ab Spätwinter/Frühjahr; Waldbegehungen!
Entnahme von befallenen Bäumen (abfallende Rinde, braune Krone, Nadelfall), in denen die Entwicklung der Käfer fortgeschritten ist, unbedingt vor dem Ausfliegen der Käfer.
Suche und Entnahme der Bäume, wo die Entwicklung am Anfang steht (Bohrmehl, Bohrlöcher, Harztropfen).
Großzügiges Rändeln!
Keine Lagerung von befallenem (oder auch unbefallenem aber fängischem) Holz im Wald oder in Waldnähe.
Bruttaugliche Resthölzer, Wipfelstücke nicht unbehandelt im Wald oder Waldnähe lassen.
Lagerung von bruttauglichem Biomassematerial (Fichte!) nicht im Wald oder in Waldnähe!

Das Hauptaugenmerk des Niederösterreichischen Forstaufsichtsdienstes liegt deshalb auf Grund der aktuellen Gefahrenlage hinsichtlich einer möglichen Borkenkäfervermehrung auf einer möglichst intensiven Kontrolle der Fichtenbestände in den besonders gefährdeten Gebieten, aber auch in der Motivation der Waldbesitzer, in auftretenden Käferlöchern umgehend das Schadholz zu beseitigen, um weitere gefahrdrohende Borkenkäfermassen-vermehrungen möglichst schon von Anfang an zu unterbinden.

Genaue Auskünfte über die Borkenkäferproblematik sowie die erforderlichen Gegenmaßnahmen und fundierte fachliche Beratung erhalten die Waldeigentümer bei der Bezirksforstinspektion der BH Krems: DI Markus Perschl 02732 – 9025 – 30615
Ing. Wolfram Hackl 02732 – 9025 – 30621
Ing. Martin Koppensteiner 02732 – 9025 – 30622
Ing. Richard Zeinzinger 02732 – 9025 – 30623